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Foto: Christof Graf

VIII. The Cohenpedia - Leonard Cohen von A - Z

(Quelle: Christof Graf`s Bücher über Leonard Cohen - ,,Partisan der Liebe" (1996) und ,,Titan der Worte" (2010)

Der Sanfte Moralist ... wird 75

Quelle: Rheinischer Merkur und andere

Es war einmal Leonard Cohen. Viele wissen wenig über ihn.

Die meisten kennen seinen Namen. Und die, die

ihn nicht kennen, kennen zumindest den von ,,Suzanne",

das Lied, das Cohen weltberühmt gemacht hat. Oder

aber sie kennen Cohens Lieder, interpretiert von

anderen Künstlern wie z.B. R.E.M., Elton John,

Jennifer Warnes u.a.

Bereits in den 50er Jahren war der Lyriker und Romancier

Leonard Cohen ein Kult-Dichter der jungen Generation.

Andächtige Konzertreisen und Poesie zwischen

apokalyptischen Vorhersagungen und surrealen

Abstraktionen des Alltäglichen gehören ebenso

zum Repertoire eines Leonard Cohen, wie das

Bedürfnis, immer wieder Liebeslieder zu schreiben.

Auch wenn Leonard Cohens Schläfen grauer

geworden sind, den Mythos des Frauenschwarms

und des letzten Vertreters der Beat-Generation

konnte er von den 60er/ 70er Jahren bis zu

seinem 75. Geburtstag am 21. September 2009

aufrechterhalten.

Als Sohn einer kanadischen Kaufmannsfamilie

jüdischer Abstammung begann Cohen bereits in

seiner Jugend mit der Schriftstellerei. Lange

bevor er sich mit seinen Welthits ,,Suzanne", ,,Bird

On A Wire" oder ,,Lover Lover Lover" einen Namen

in der Popgeschichte machen konnte, erntete

er bereits hohe Anerkennung mit der Veröffentlichung

von Gedichtbänden und eines Romanes in der

Zeit zwischen 1956 und 1968.

Animiert durch Judy Collins, die ihn 1967 in

ihr Vorprogramm beim Newport Folk-Festival ein-

lud, und Bob Dylan, begann Cohen erst als 33

Jähriger seine Karriere als Songwriter.

,,Mit der Schriftstellerei war kein Geld zu

verdienen", sagte Cohen damals, obwohl er

mittlerweile mehrere Hunderttausend seiner

Bücher verkauft hat. ,,Also riet man mir,

meine Texte mit Musik zu vertonen."

,,The Songs Of L.C." (1968), ,,Songs From A Room"

(1969) und ,,New Skin For An Old Ceremony" (1974)

ließen Cohen zu einem der größten Rock-Poeten

der Popgeschichte werden.

Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre erlebte

Leonard Cohen ein Tief. Mit biblischen Texten

verschaffte er sich mit den Alben ,,Recent Songs"

(1979) und ,,Various Positions" (1984) sowie

dem Lyrikband ,,Book Of Mercy" (1984) Luft.

,,Ich hatte nie die Absicht religiös zu schreiben,

aber zu der Zeit umgaben mich viele Depressionen,

sodaß ich gezwungen war, zu beten", so Cohen.

Mit Unterstützung seiner früheren Background-Sängerin und

musikalischen Freundin Jennifer Warnes, die ab den 80er Jahren

ihre Solokarriere verfolgte, gelang mit dem

auf dem 87er Album ,,I'm Your man" enthaltenen

Song ,,First We Take Manhattan" wieder ein Hit.

In Europa stets erfolgreicher als in seinem

Heimatkontinent zementierte Leonard Cohen

seinen Kultstatus mit einer anschließenden

Tournee.

Einen ebensolchen Erfolg feierte Cohen in

den 90ern mit seinem Album ,,The Future" (1992).

Das darauffolgende ,,Cohen-Live"-Album

dokumentiert seine letzten beiden Tourneen.

Melancholie und Pessimismus wird Cohen oft vor-

geworfen. In Wahrheit verkörpert er die

Dichtung in ihrer reinsten Form. ,,Die reinste

Form ist die Unreine. Der Gedanke der reinen

Poesie ist eine sehr romantische. Was man Poesie

nennt, ist das, was sehr genau, von etwas spricht."

Die Musik, mit der Cohen diese Poesie verbindet,

beschreibt er mit einem Schwarz-Weiß-Film.

,,Mein Stimmvolumen ist sehr beschränkt", sagt

der Rock-Poet mit der immer tieferwirkenderen

Stimme, ,,ich gebe Text und Musik mit meiner

Stimme lediglich die nötigen Graustufen."

Inhaltlich sieht sich Cohen damals wie heute

als das objektive Auge der Realität, die er

abbildet. ,,It looks like freedom, but it feels

like death" (Es sieht aus wie Frieden, fühlt

sicher aber wie der Tod an" singt Leonard Cohen

in einem seiner neuesten Songs ,,Closing Time",

und sagt: ,,Vor der Freiheit haben die Leute

eine Scheißangst. Aber es geht letztendlich

darum, daß wir uns in dem Desaster, in dem

wir uns befinden zurechtfinden müssen."

Leonard Cohen, neben Bob Dylan wohl der größte

Songwriter unserer Zeit beschreibt mit seinen

bislang 15 Alben und 12 Büchern stets das

kosmopolitische Ich- und Umfeld und wurde

so zum Sprachrohr einer ganzen Generation.

Leonard Cohen genießt wie gesagt Kultstatus und

sobald er etwas veröffentlicht größte Aufmerksamkeit

in den Medien. Erklären

tut er sich dies jedoch nur damit, daß er ,,über

vier Jahrzehnte über ein und dasselbe schreibt und

erst jetzt erkannt wird, daß er nie mehr als nur

von der Wahrheit gesprochen hat, wenn er in seinen

poetischen Bildern auf die Mißstände dieser Welt

aufmerksam machte." Die Suche nach der Wahrheit

führte ihn nicht erst seit 1994 in ein buddhistisches ZEN-Kloster,

das er bis in diesen Sommer zu seinem festen Wohn-

sitz machte. Als ,,TAFCAC" (The Artist Formely Known

As Cohen, oder auch ,,JIKAN", der ,,Stille") zog sich

der einstige Frauenheld, dessen große Lieben die Schwedin

Suzanne Elrod, die Fotografin Dominique Issermann und

die Schauspielerin Rebecca De Mornay waren, konsequent

aus der Öffentlichkeit zurück und ließ seine Fanschar

über fünf Jahre auf neues Material warten.

2001 meldete sich Cohen nach jahrelanger Abstinenz

mit dem Album ,,Ten New Songs" wieder zurück.

Es folgte ,,Dear Heather" 2004. Doch erst die

dielen (8) Millionen Dollar, die laut einem

Gericht in Los Angeles seine Ex-Managerin veruntreut

haben soll, ließen Cohen wieder in die Öffentlichkeit gehen.

2006 beendete und veröffentlichte er endlich sein

langerwartetes Buch ,,The Book Of Longing".

Im März 2008 wurde er zusammen mit Madonna in die

,,Rock`n`Roll Hall Of Fame" aufgenommen.

Nachdem ihn ,,Lou Reed" als ,,unverzichtbares Juwel"

der Rockgeschichte beschrieben hatte verkündete

Cohen, er würde nach 15 Jahren wieder beginnen, Konzerte zu

geben. Fast zwei Jahre später und etwa 100 Konzerte danach

hatten Leonard Cohen bis zum November 2009

über 2 Millionen Menschen den ,,elder Statesman der Rockpoesie" und letzten

,,Rock-Bohemian des 21. Jahrhunderts" triumphal ,,live in Concert"

gesehen. - Happy Birthday, Leonard".

P.S.: Im Januar 2010 erhielt Leonard Cohen einen Grammy für sein Lebenswerk und kündigte weitere Veröffentlichungen und Konzerte für das laufende Jahr an.

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