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VIII. The Cohenpedia - Leonard Cohen von A - Z

(Quelle: Christof Graf`s Bücher über Leonard Cohen - ,,Partisan der Liebe" (1996) und ,,Titan der Worte" (2010)

Der Karmakura-Buddha, südlich von Tokio, als zweitgrößte Buddha-Bronze Statue Japans steht für den Inbegriff des japanischen Zen-Budhismus; photo: christof graf

Z

,,Zen" dagegen ist eigentlich der japanische Begriff für Meditation, dessen Ursprung allerdings im chinesischen Begriff für Meditation ,,Ch`an" sowie in der koreanischen Variante ,,Son" zu suchen ist. Ursprung des ,,Zen" liegt im Gedankengut des Daoismus und in den Schriften von Laotse (6. Jahrh. vor Chr.).

,,Zen" entstand durch die Verschmelzung von Daoismus und Buddhismus. Im "Zen" oder ,,Chan" geht es nicht um eine lange Askese, sondern darum ,,Erleuchtung" auch schnell und plötzlich erlangen zu können. Im ,,Zen" soll Verstand und Logik ausgeschaltet werden, um den Geist von festgetretenen Wegen freizumachen. Ziel ist eine konzentrierte Gedankenlosigkeit, Ziel ist das Paradoxe zuzulassen, Ziel ist der Tod der Gewohnheit, die einem von der ,,Erleuchtung" abbringt. Damit wurde ,,Zen" in Japan zu einer Technik, die mit Hilfe verschiedener Ausprägungen wie z.B. Meditieren beim Bogenschiessen, in der Gartenpflege oder bei Kampfkünsten dazu diente, geistige Leere zu finden, um Platz für Neues zu schaffen. Aber auch hierbei entwickelten sich mehrere Schulen, die in Japan als ,,Rinzei"-Zen und als ,,Soto"-Zen Einzug. nahmen und auf ihre Begründer den Mönchen ,,Eisai" und ,,Dogen" zurückgehen. Dogens wichtigste Veröffentlichung war das Werk ,,Shobo-Genzo", eine der tiefgründigsten Zen-Publikationen überhaupt. ,,Soto"-Zen stellt dabei die Meditation in den Mittelpunkt, ,,Rinzai"-Zen dagegen die darin enthaltenen ,,Koans" als quasi rästelhafte Texte mit paradox erscheinenden Sachverhalten, die es für den Meditierenden zu lösen gilt, um dabei auch eigene Erlösung zu finden.

Ein Zen-Meister namens Harada Sogaku (1871-1961) verband diese Techniken mit neuen Ansätzen zu dem mittlerweile im ,,Zen"-Buddhismus und auch durch den kanadischen Rockpoeten Leonard Cohen bekanntgewordenen ,,Za-Zen"-Technik, dem ,,Meditieren im Sitzen". Ziel ist auch hier die bewusste Ausschaltung des Bewusstseins zur Findung eines Neuen.

Was allen ,,zen"-buddhistischen Ansätzen und auch ,,Brückenschlägen" zu anderen buddhistischen Strömen gemein ist, ist die oftmalige Einweisung und Anleitung durch einen ,,Meister" (und dabei ist es lediglich eine landessprachliche Begrifflichkeit, ob dieser u.a. als ,,Meister", ,,Guru", ,,Roshi" oder ,,Lama" bezeichnet wird). Im ,,Zen"-Buddhismus vermischt sich die Suche nach der plötzlichen ,,Erleuchtung" mit der Auseinandersetzung von sogenannten ,,Koans" (kleine Rätsel, die von ,,Zen-Meistern" zur Gedankenlehre und Meditation ihren Schülern zur ,,Lösung" aufgegeben werden). ,,Koans", die mit Hilfe des ,,Zen" oft die Weisheit und den Humor des bereits erleuchteten Meisters wiederspiegeln. Für Nicht-Buddhisten erscheinen sie oft als schierer Unfug und erzeugen lediglich Unverständnis für die Unlösbarkeit so mancher ,,Zen"-Texte, wie z.B.: ,,Mit Wörtern fängt man Ideen ein. Hat man die Idee einmal verstanden, kann man die Wörter vergessen. - Wo kann ich einen Menschen finden, der die Wörter zu vergessen versteht, sodass man einige Worte mit ihm wechseln kann?"

Doch nicht in der Beantwortung einer solchen Frage, sondern die Entdeckung des tieferen Gehalts einer Aussage, oder auch nur die Beschäftigung mit dem Gedankengut, ist die vordergründig nicht immer schnell erkennbare (Er-) Lösung. Dualistisches Denken, Denken also in Gegensätzen ist das dadurch geforderte Denken, das laut ,,Zen"-Buddhismus nur in der Freiheit der Gedankenlosigkeit entstehen kann und zur ,,Erleuchtung" führt.

,,Ich praktiziere die Meditationsübungen nicht mehr im spirituellen Sinne", erklärt Cohen mittlerweile und offeriert seinen Sinn für Humor in Aussagen wie: ,,Dafür lasse ich mich von meinem Zen-Meister gerne darin unterrichten, mein Talent zum trinken zu fördern". Das ,,tibetanische Totenbuch" gibt Leonard Cohen nicht so viel: ,,Für mich ist es wie auch für Roshi mehr eine Art ,,Märchen aus Tibet". Ich akzeptiere und respektiere es, aber ich lebe nicht danach. Aber wie jedes Märchen birgt auch dieses Wahrheit in sich. Und die wichtigste Wahrheit in diesem Buch, ist die Aussage, dass alles, was dem ,,Ich" geschieht, als ein ,,Projekt der Erfahrung" anzusehen. Es geht nicht darum, diesen zu entweichen, sondern sie aufzunehmen, sie zu erfahren und damit umzugehen lernen."

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