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Alles über L e o n a r d  C o h e n  von A - Z - Das  C O H E N P E D I A

Fotos: Christof Graf

VIII. Bonus & Features:

c) The little "Rock Am Ring" - Festival - Section -

Leonard Cohen beim größten deutschen Rock-Festival und einige andere solcher Geschichten

(Quelle: Christof Graf`s Bücher über Leonard Cohen - ,,Partisan der Liebe" (1996) und ,,Titan der Worte" (2010)

c.II.) Die Rock am Ring - Saga (1985 - 2010)

,,Alles bleibt anders" - Der "Rock am Ring" wird 25 Jahre

Medienprofessor Christof Graf dokumentiert das Festival in Wort und Bild seit 1985

(Quelle: DIE RHEINPFALZ vom 17.3.2010)

Zu Beginn war es nur der Versuch den Nürburgring, eine der berühmtesten Motor- sportstätten der Welt, besser auszulasten. Dieser Versuch fand zum ersten Mal 1985 statt. Seitdem pilgern nicht nur PS-Fans zu Tausenden in die Eifel, seitdem machen auch die Rockfans den Nürburg-Ring zum Mekka populärer Jugendkultur. Und auch noch 25 Jahre nach seinem Debut toppt sich der "Rock am Ring" von Jahr zu Jahr selbst und bringt die aufwendige Materialschlacht immer wieder an neue Kapazitätsgrenzen. 80.000 verkaufte Tickets verschaffen den Veranstaltern auch im 25. Jubiläumsjahr in wieder einmal die Meldung: Ausverkauf! Aber es wird nicht nur eine unvergleichliche Materialschlacht in Sachen Rock-und-Bühnenequipment geschlagen, es wird auch Jahr für Jahr der Open Air-Mythos am Leben erhalten. Christof Graf, Professor für Medienwirtschaft dokumentiert als einziger Journalist in Serie in Deutschland das Festival seit 25 Jahren in Wort und Bild.

Drei Bühnen, die von 20 Trucks herbeigeschafft werden, 50 Trucks für Zäune, Barrikaden und Container, sowie 120 Nightliner-Busse für die spielenden Bands, die mit 1.650.000 Watt Lichtleistung und 240.000 Watt Tonleistung ins Rennen gehen sind nur einige Daten für das ,,Unternehmen Rock am Ring". ,,Wir erstellen hier binnen einer Woche die Infrastruktur einer mittelgroßen Stadt", so Veranstalter Marek Lieberberg, der stolz darauf ist, bei seinen Mega-Events ,,so gut wie keine polizeilichen Anlässe" vermelden zu müssen. Das spricht für

die perfekte Organisation dieses Jahr für Jahr die deutsche Pop- und Rock-Open Air-Saison eröffnende Festival. Der Event-Mogul ,,setzt auf den Einsatz modernster Technik sowie auf ständige Innovationen", sagte er im Gespräch beim letztjährigen Festival. "Wir sind stets um Weiterentwicklung und Verbesserung bemüht". Zugute kommt es dem Hauptakteur, nämlich dem Publikum, das mittlerweile schon gar keinen Generationswechsel mehr zu verzeichnen hat, sondern generationsübergreifend vertreten ist", so auch die zweite Veranstalter-Generation in Person von Daniel Lieberberg, der seit wenigen Jahren die Konzertmogul-Geschicke seines Vaters mit ebensolcher Bravour lenkt.

Von mittags um 12 bis morgens um 4 wird der Ring an drei Tagen von insgesamt über 100 Bands rundum berockt. Seit einigen Jahren - genauer gesagt eigentlich seit 2000, als die letzten alten Rocklegenden wie Neil Young und Carlos Santana den Ring rockten - ist es irgendwie egal, wo wer auf welcher Bühne steht, jeder Künstler findet sein Publikum. Egal, ob gealterte Rocklegenden (wie.z.B. 2010 "Kiss"), Industrialrocker (wie z.B. "Rammstein") oder Newcomer (wie z.B. ,,Gossip"), die zu Live-Erlebnissen werden, all das und noch viel mehr hat der Ring zu bieten.

Rock am Ring 2010 ist mittlerweile neben dem ,,Glastonbury"-Festival in UK und dem ,,Roskilde"-Festival in Dänemark oder ,,Pink Pop" in den Niederlanden nicht nur das größte, sondern auch mehr als nur ein ,,Rock-Festival". Mit einem Kostenvolumen von 9 Millionen Euro bildet es mit Musikvielfalt, Stile-Crossover und Non-Stop-Amusement einen unverwechselbaren Spiegel der heutigen Jugendkultur, schließlich lebt man normal wo ganz anders.

Doch das war nicht immer so....Der Open Air-Mythos in Deutschland musste erst einmal entstehen...

Der Open Air-Mythos in Deutschland

Seit jeher ist Rockmusik Symbol von Freiheit, Jugend und Aufbruch. Ihre Interpreten gaben den Jugendlichen ihr individuelles Selbstverständnis. Mit ersten "Be-Ins" schufen sich Ikonen wie Bob Dylan, Joan Baez, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison oder The Who neue Plattformen für Kommunikation. Später entwickelten sich neben den üblichen Hallen-Konzerten daraus gigantische Open Air-Festivals. "Woodstock", ein spontanes Zusammentreffen zwischen damaligen Rockgrößen und 500.000 Menschen wurde zur "Mutter aller Festivals." Der daraus resultierende Open Air-Mythos zum Inbegriff von "Love, Peace & Music." Der Drang dabei zu sein, Musik als gemeinsames Erlebnis zu erfahren, friedliches Miteinander fremder Menschen zu erleben und eine gemeinsame Zeit zum Event zu machen, sind auch heute noch Ziel eines jeden Open Airs.

Deutschland hat sich nach den Festivals in Monterey (USA 1967), Woodstock (USA 1969) und auf der Isle Of Wight (GB 1969) erst in den 70er Jahren als Open Air-Standort etabliert. Mittlerweile ist Deutschland längst zum Vorreiter dieser Spezie von Live-Darbietungen der Populären Musik geworden. Wegbereiter dieser Entwicklung ist vor allem der seit Anfang an mit zahlreichen Veranstaltungen diese Entwicklung begleitende Konzert-Impressario Marek Lieberberg. Seit 1985 machte er zusammen mit der Nürburgring GmbH das"Rock am Ring"-Festival zur Gallionsfigur der europäischen Open Air-Szenerie. Seitdem steht der "Ring" gleichbedeutend - wenn nicht führend an oberster Stelle in der Champions-League der publikumsträchtigen wie erfolgreichen Pop- und Rock-Open Airs.

Die 80er Jahre

oder

Mit Bono auf dem Boxendach

Vor dem Hintergrund der Skyline einer Eifelburg ging Marek Lieberberg am 25./26. Mai 1985 mit dem "1. Rock am Ring-Festival" an den Start (nur ein einziges Mal - zehn Jahre zuvor gab es bereits schon einmal Rockmusik im Motodrom). Damit feierte die deutsche Rockgeschichte ihr erstes Zwei-Tage-Festival mit hochkarätiger Besetzung, um das sie in ganz Europa beneidet wurde. U2, Chris de Burgh, Joe Cocker, Gianna Nannini, Rick Springfield, REO Speedwagon, Foreigner. Saga, Westernhagen, Marillion, Mink de Ville, The Alarm, Huey Lewis, Nightranger, Shakatak, Immaculate Fools und Lone Justice bestimmten das Geschehen, dem 75.000 Rockbegeisterte beiwohnten. Vor allem U2's Bono Fox, war es zu verdanken, daß dieses Festival zu einer wahren "Give Peace A Chance"-Bewegung wurde. Sein Tanz auf den Boxendächern wurde zur meisterzählten Anekdote der Dabeigewesenen. Nicht nur das bewegende Schauspiel, bei dem sich zigtausend wildfremde Menschen in den Armen lagen, sondern auch die reibungslose Organisation veranlaßten Lieberberg & Co. den "Ring" zur ständigen "Rock"-Einrichtung zu machen. Zudem beschwor damals auch Joe Cocker die Veranstalter, das "ihn stark an Woodstock erinnernde Festival doch noch einmal zu inszenieren." Solche und ähnliche Kapitel schreibt die mittlerweile 25jährige Geschichte von "Rock am Ring"

Glaubte man sich nach der überaus gelungenen Pilotveranstaltung, nicht mehr steigern zu können, mußte man sich trotz der "nur" 50.000 Zuschauer im Folgejahr eines besseren belehren lassen. INXS, Feargal Sharkey, The Waterboys, The Alarm, The Damned, Herwig Mitteregger, Simply Red, The Cult, James Taylor, The Cure, Talk Talk, Chris Rea, Bangles, Cock Robin, Simple Minds, Fritz Brause, Flatsch, Bonfire, Ten Ten, Munich und die Strangeways waren im Vergleich zum Vorjahr, zwar nicht ganz so große Zugpferde, bestätigten, jedoch das Engagement der Veranstalter, den Ring wirklich in Serie gehen zu lassen. - Ein gerade aufgrund des damals inflationär wirkenden Festivalbooms zu begrüßendes Unterfangen. Schnell stand fest, es waren das Ambiente, das Flair und das Dabei-Sein-Wollen, das für Musiker wie für Fans an erster Stelle stand.

Nach dem Ausflug in die, - bei schlechten Wetterverhältnissen verhehrende - "Dunlop-Kehre" (im Süden des Rings) ging's am 6. - 8. Juni 1987 in das neugestaltete Amphitheater in der Südschleife der Rennstrecke. In diesem Jahr versuchte man alles noch besser, noch gigantischer und vor allem noch reibungsloser und angenehmer zu gestalten. 60.000 Zuschauer honorierten, was gelang. Und gelungen war wirklich alles. Bis auf die Tatsache der unfreiwilligen Massendusche, die von Konzertbeginn an zum Dauerzustand wurde. Rockmusik kann hart sein. Doch ebenso hart im Nehmen sind auch deren Fans und insbesondere jene, die Jahr für Jahr vom unbeständigen Wetter in der Eifel gehärtet werden. Auch wenn man sich nichts ungemütlicheres als ein total verregnetes Open Air-Konzert vorstellen kann und der perfekte Festivalapparat an Präzision verliert, das Zusammenhalten in der Masse macht's möglich. Zu hören und zu sehen bekam man zwei absolute Wahnsinns-Gigs der Spitzenklasse. Zum einen die Eurythmics mit der grandiosen Annie Lennox, zum anderen David Bowie, der wohl den bizarrsten und phantasievollsten Auftritt dieser

1988 ließ die schon in den Vorjahren sich abzeichnende Entwicklung der Open Air-Inflation den "Ring" nicht ungeschont davonkommen. Eine schlechte Terminierung, Bruce Springsteen, Michael Jackson und Pink Floyd auf Open Air-Tourneen und das bereits im Vorfeld abzusehende noch schlechtere Wetter ließen gerade einmal knapp 30.000 Zuschauer am 4./5. Juni in die Eifel pilgern. Headliner waren die grandiosen Fleetwood Mac mit der faszinierenden Frontfrau Stevie Nicks und einem ebenso faszinierenden 20 minütigem Drum-Solo von Mick Fleetwood sowie der Romantik-Rocker Chris Rea. Der wahre Abräumer hieß jedoch Marius Müller-Westernhagen, der 1988 begann, sich nur noch Westernhagen zu nennen, und wohl spätestens seit seinen "Ring"-Auftritten beschloß, in den Folgejahren in den deutschen Rock-Olymp aufzusteigen.

Die 90er Jahre

oder

Das Comeback nach einer dreijährigen Zwangspause

1991 fand er sehr spät ins Ziel. Erst Ende Juni und drei Jahre später schrieb die Ring-Saga vom 28.-30. Juni ein weiteres Kapitel. Das Konzept noch mehr Bands, auch Newcomer wie An Emotional Fish oder Roachford zu präsentieren, sollte den Ring zunehmend attraktiver machen. Fazit: Mit einem gelungenen Mix und damit dem Motto der Folgejahre startete der ,,Rock am Ring" wieder zurück in die Zukunft der 90er Jahre.

1992 war das Jahr der damaligen Megastars. Angesagt waren Elton John, Lisa Stansfield und Bryan Adams, die ca. 42.000 Zuschauer vom 5.-7. Juni Zeuge ihres Triumphzuges werden ließen. Neu war der gelungene Prolog, bereits Freitagsabends das nunmehr als "Drei-Tages-Festival" zu beginnen. Damals mit den noch als Geheimtip der Grunge-Szene zählenden Pearl Jam. Ebenso neu, der zum ersten Mal in das Rock & Pop-Konzept integrierte Comedy-Act von Badesalz. Schließlich ist die Pilger-Fahrt zum Ring nicht immer eine todernste Sache.

1993 gilt noch immer als das vielfältigste und historischste Ring-Spektakel. Neben Klassikern wie Ex-Led Zeppelin-Sänger Robert Plant, (der wohl den größten Auftritt seiner Solo-Karriere am Ring absolvierte), Brian May (der mit seinem Ring-Auftritt der Musik von Rock-Legende Queen eine Widergeburt beschehrte) und Rock-Poet Leonard Cohen (der mit diesem Auftritt den zuschauerträchtigsten seit dem legendären Isle Of Wight-Festival 1970 hatte) gab es an diesen drei Tagen vom 28.-30. Mai namhafte Repräsentaten aller musikalischen Genres. Über 55.000 Zuschauern wurde dabei Zeuge.

75.000 Zuschauer wurden 1994 in dem vorsorglich von den "Boxen" wieder einmal in die "Südkurve" verlegten Rock-Venue ein. Die Headliner Peter Gabriel und Aerosmith agierten ebenso wie Nina Hagen und Bonnie Raitt oder Woodstock-Legende Richie Havens, der es verstand nur mit einer Akustikgitarre hantierend zwischen zwei Rock-Acts die Masse zu begeistern. Dasselbe Programm - zeitlich jeweils um einen Tag versetzt - erlebten ca. 40.000 auf dem Gelände des ausrangierten Münchener Flughafens "Riem" unter dem Motto "Rock in Riem". Das von MTV ausführlich begleitete Doppelfestival wurde mit knapp 115.000 Zuschauern das sowohl erfolgreichste in der Ring-Geschichte wie auch das erfolgreichste in der Open Air-Saison`94.

Erlebniskultur von besonderer Qualität

oder

Star ist immer das Publikum

Von da an wurde das "Rock Am Ring".Festival immer größer und zum lährlichen Stelldichein von Göttern der Populären Musik und deren Jünger. Im zehnten Jubiläumsjahr war es jedoch kein "Rocker", sonder schlichtweg "Otto", der die Massen zum Kochen brachte und das Publikum zum zukünftigen Star der Folgefestivals werden ließ. So auch 1996, als nicht Headliner "Sting", sondern zuvor Campino und seine Toten Hosen, für die Anekdote schlechthin sorgte. In herunterpeitschendem Gewitterregen, trat Campino aus dem Schutz des Bühnendaches und übte sich im damals "en vogue" gewesenen Stagediving. Eine Solidaritätsbekundung, die von den ca. 52.000 Fans - trotz Nässe und Kälte - wie ein Bruderkuss wirkte. Der Ring schweißt eben zusammen. Seine waghalsige Besteigung des 30 Meter hohen Bühnendaches - ohne Netz und Seil - lieferten den Fernsehkameras von MTV einmal mehr beeindruckende Bilder.

Eine weitere erzählenswerte Anekdote der Zeitzeugen geschah in der Zeit vom 24.-26. Mai`97. Der Rock-Zirkus, der in diesem Jahr von Riem ('94) über den Olympiapark ('95) ins Olympiastadion ('96) umzog und zwischen München und der Eifel pendelte, fand vor insgesamt ca. 100.000 statt. Zum ersten Mal mit integriert: das CAMEL-Alternatent, in dem bis früh morgens jungen Bands wie z.B. Ash, Madonna HipHopMassaker und weiteren 30 Bands Gelegenheit geboten wurde, musikalische Visitenkarten abzugeben.

Ein Blitzschlag führte 1997 zu einem Bühnenblackout. Doch von Panik keine Spur. Die bereits 50.000 angereisten Fans harrten trotz Unsicherheit über den weiteren Verlauf aus und begrüßten nach Chris Rea die wiedervereinten Supertramp. Wieder einmal machte sich das Publikum zum eigentlichen Star. Kiss lieferten mit dem Hit "I was Made For Loving You" schon damals den Soundtrack dazu.

Was bis dahin in der Aufzählung namhafter Rockgrößen, die am "Ring" auftraten noch fehlte, trat schließlich noch auf: 1998 Bob Dylan, Ozzy Osbourne und Rammstein und 1999 Robbie Williams.

Die 2000er

oder

"New Kids At The Ring"

In den vergangenen zehn Jahren überholte sich das Festival selbst. Neil Postmans These, dass sich die Gesellschaft zu Tode amüsiere, bestätigte sich nicht nur, sondern definierte sich quasi neu. Die Erusion von Zielgruppen und Hybridisierung von Konsumenten kam auch im Segment von Rock-Festival-Besuchern an. Die "alten Recken" blieben langsam zu Hause und schickten nach den "letzten" Auftritten alter Legenden wie z.B. Santana (2000) oder Neil Young (2002) "the next generation" zum Ring. Gerade dieses Publikum definierte den Ring neu. Während "die alten Wilden" ihre Götter anhimmelten, wollten "die jungen Wilden" vielmehr einfach nur sich selbst feiern und das ganze noch jeweils zur angesagtesten Mucke. Eigentlich wurde es zunehmend egal, wer auf der Bühne stand, viel wichtiger war, wer und wie viele vor der Bühne standen. Und das wurden immer mehr. Sie switchten zwischen Center- und Alternastages hin und her und pogten und feierten friedfertig zur Mucke von Peter Fox, Billy Talent, Linkin Park, Good Charlotte oder Bullet For My Valentine. Dazwischen durften fast regelmäßig und abwechselnd Metallica (2003, 2006 und 2008) oder die Toten Hosen den Headliner mimen. Letztere traten bei ihren insgesamt fünf Ring-Auftritten (1996, 2000, 2004, 2005 und 2008) sogar mal des Nachts auf dem Campingplatz auf und rockten von der Ladefläche eines Bierlasters runter. Jugend 2010 benötigt eben keine Helden mehr. Sie ist sich selbst Held genug. Die Generation "X plus" weiß sich selbst am Besten zu feiern. "Jugend 2010" rockt, hüpft und gröhlt zu allem, was laut, schrill und schräg wirkt. ,,Slipknot", die neunköpfige US-Trash-Rock Band oder Marilyn Manson sind die besten Beispiele für diese neue Art der Festivalkultur. Eine Botschaft gibt es nicht mehr zu verkünden, sie

wird gelebt. Sie amüsieren sich eben lieber zu Tode". - und ,,MTV" überträgt das Ganze live und direkt und das Ganze in noch schnelleren Schnitten. Wirkte früher Rock am Ring noch wie ein Steven Spielberg-Film, ist daraus längst ein David Lynch-Movie geworden. Gab es früher einen Anfang, eine Mitte und ein Ende, ist es heute egal, wann man in die Geschichte einsteigt. Man ist egal wann und wo immer mittendrin. Du findest dich und deine Geschichte darin selbst. Die einen sitzen shisha-rauchend im Event-Zelt, andere pogen vor den Bühnen und wieder

andere feiern an Lagerfeuern auf dem Camping-Platz. Aber vielleicht ist genau das der Grund für den Erfolg dieser legendären Festivalserie. Sie kopiert sich nicht, definiert sich immer wieder neu und lässt jeden interaktiv über sämtliche Web 2.0 Kommunikationsplattformen crossmedial und multiglobal am Geschehen teilnehmen. - Man inszeniert sich selbst und Künstler, die die Kunst der Selbstinszenierung am besten beherrschen, haben die besten Chancen vor dem inhomogenen und Trends nachhechelndem Publikum zu bestehen.

Es ist eben egal, wen oder was man hört, hauptsache alles ist interaktiv und downloadbar. Hauptsache, das jpg-foto, das man gerade von sich gemacht hat, wird vom Telekommunikations-Sponsor binnen Sekunden auf die Dynamic Promotion-Leinwände übertragen und der Rest der 80.000 kann den eigentlichen Star, nämlich das Publikum bewundern.

2010

oder

Das 25. Jubiläm von "Rock am Ring"

bietet vom 4. bis 6. Juni einen kongenialen Bogen von der Historie zur Moderne. Mit Rammstein, Muse und Kiss agieren drei exklusive Headliner aus drei Epochen. Schon jetzt ist klar: Rock am Ring 2010 wird erneut ausverkauft sein. Die letzten Tickets bei allen VVK-Stellen oder im www unter www.rock-am-ring.de.

Text & Fotos: Christof Graf

Von Joe Cocker über Leonard Cohen bis Rammstein - Die Rock am Ring-Saga 1985 - 2010

25.-26. Mai 1985

Insgesamt 17 Bands auf einer Bühne, u. a. mit U2, Foreigner, Saga, Joe Cocker, Marillion, Gianna Nannini, Chris de Burgh, Marius Müller-Westernhagen, The Alarm, Rick Springfield, REO Speedwagon, Huey Lewis, Shakatak.

Zuschauer: 75.000

14.-15. Mai 1986

Insgesamt 17 Bands auf einer Bühne, u. a. mit Simple Minds, The Cure, INXS, Simply Red, Talk Talk, Cock Robin, The Bangles, Bonfire, The Alarm.

Zuschauer: 50.000

6.-7. Juni 1987

David Bowies Glass Spider bei Rock am Ring 1987 Insgesamt 20 Bands auf einer Bühne, u. a. mit David Bowie, Eurythmics, Udo Lindenberg, UB40, Heinz Rudolf Kunze, Wolfgang Niedecken, Bob Geldof, Chris Isaak.

Zuschauer: 60.000

6.-7. Juni 1988

Insgesamt 17 Bands auf einer Bühne, u. a. mit Marius Müller-Westernhagen, Fleetwood Mac, Chris Rea, The Christians, Wolf Maahn, Fischer-Z, The Nits.

Zuschauer: 30.000

28.-30. Juni 1991

Insgesamt 20 Bands auf einer Bühne, u. a. mit Toto, INXS, Sting, The Sisters of Mercy, Eros Ramazzotti, Fury in the Slaughterhouse, The Jeremy Days

Zuschauer: 51.000

5.-7. Juni 1992

Insgesamt 23 Bands auf einer Bühne, u. a. mit Marillion, Saga, Bryan Adams, Elton John, Pearl Jam.

Zuschauer: 42.000

29.-30. Mai 1993

Insgesamt 25 Bands auf zwei Bühnen, u. a. mit INXS, Faith No More, Def Leppard, Brian May, The Silencers, Hothouse Flowers, Ugly Kid Joe, Heroes del Silencio, Leonard Cohen, The Screaming Jets.

Zuschauer: 50.000

21.-23. Mai 1994

Insgesamt 31 Bands auf zwei Bühnen, u. a. mit Aerosmith, Peter Gabriel, Clawfinger, Nina Hagen, Rage Against the Machine, Radiohead, Soul Asylum, Therapy?, Paradise Lost, The Breeders, The Hooters, Extreme, Nationalgalerie, Manic Street Preachers, Cry of Love, Jackyl, Galliano, The Smashing Pumpkins, Crowded House, Bonnie Raitt, The Cranberries, Richie Havens, Ian McNabb, Brings.

Zuschauer: 70.000

3.-4. Juni 1995

Insgesamt 28 Bands auf einer Bühne, u. a. mit Van Halen, Bon Jovi, Megadeth, Otto Waalkes, The Pretenders, Bad Religion, Danzig, Weezer, Faith No More, Die Doofen, Dave Matthews Band.

Zuschauer: 70.000

24.-26. Mai 1996

Insgesamt 43 Bands auf zwei Bühnen, u. a. mit Bryan Adams, Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen, Sting, The Fugees, Alanis Morissette, Héroes del Silencio, Bush, Mike & the Mechanics, Sepultura, Rancid, Paradise Lost, Zucchero, Dave Matthews, The Presidents of the United States of America, Monster Magnet, K's Choice, Amanda Marshall, Placebo, Thumb, James Hall, Ash, Spacehog, Deftones, Rage Against the Machine.

Zuschauer: 75.000

16.-18. Mai 1997

Insgesamt 53 Bands auf zwei Bühnen, u. a. mit Kiss, Aerosmith, Die Ärzte, Supertramp, Texas, Neneh Cherry, Fugees, Bush, Live.

Zuschauer: 70.000

29.-31. Mai 1998

Insgesamt 66 Bands auf drei Bühnen, (neu: House of Comedy), u. a. mit Bob Dylan, Genesis, Ozzy Osbourne, Rammstein, BAP, The Prodigy, Guano Apes, The Smashing Pumpkins.

Zuschauer: 58.000

21.-23. Mai 1999

Insgesamt 93 Bands auf vier Bühnen, (neu: Talentforum), u. a. mit Metallica, Bryan Adams, Alanis Morissette, Xavier Naidoo, Robbie Williams, Faithless, Skunk Anansie, Fear Factory, Monster Magnet, Biohazard, Cypress Hill, Anne Clark, Wolfsheim.

Zuschauer: 63.000

9.-11. Juni 2000

Insgesamt 89 Bands auf vier Bühnen, u. a. mit Pearl Jam, Die Toten Hosen, Sting, Oasis, Travis, Eurythmics, Korn, Rage Against the Machine, Slipknot, Deftones, Santana, Sportfreunde Stiller.

Zuschauer: 75.000

1.-3. Juni 2001

Insgesamt 86 Bands auf vier Bühnen, u. a. mit a-ha, Limp Bizkit, Radiohead, Alanis Morissette, Linkin Park, Kid Rock, Papa Roach, OutKast, Reamonn, HIM, Donots.

Zuschauer: 65.000

17.-19. Mai 2002

Lenny Kravitz auf der Centerstage 2002. Insgesamt 94 Bands auf vier Bühnen, u. a. mit Lenny Kravitz, Carlos Santana, Farin Urlaub, Faithless, Neil Young, Jamiroquai, Wyclef Jean, Ozzy Osbourne, System of a Down, 4Lyn, Alien Ant Farm, Drowning Pool.

Zuschauer: 50.000

6.-8. Juni 2003

Insgesamt 76 Bands auf drei Bühnen (House of Comedy entfällt), u. a. mit Metallica, Iron Maiden, Placebo, Dave Gahan, Marilyn Manson, Moby, Queens of the Stone Age, Reamonn, Audioslave, Disturbed.

Zuschauer: 75.000

4.-6. Juni 2004

Insgesamt 83 Bands auf drei Bühnen, u. a. mit Machine Head, Red Hot Chili Peppers, Die Toten Hosen, Faithless, Dick Brave & the Backbeats, Evanescence, Avril Lavigne, Wir sind Helden, Linkin Park, Motörhead, Donots, Sportfreunde Stiller, The Rasmus, Seeed, Korn, 3 Doors Down, Lagwagon, H-Blockx, Lostprophets, Nickelback.

Zuschauer: 65.000

3.-5. Juni 2005

Insgesamt 92 Bands auf drei Bühnen, u. a. mit Iron Maiden, Green Day, R.E.M., Mötley Crüe, Sonic Youth, Melody Club, Incubus, Weezer, The Hives, Slayer, Marilyn Manson, 3 Doors Down, Velvet Revolver, The Prodigy, Slipknot, Fettes Brot, Mando Diao, Subway to Sally, Papa Roach, Apocalyptica, Wir sind Helden (anstelle von Limp Bizkit), Die Toten Hosen, Wednesday 13, Dir en grey, Kagerou, Within Temptation, HIM, Simple Plan, Kettcar, Tomte, Madsen, Lacuna Coil, In Flames.

Zuschauer: 70.000

2.-4. Juni 2006

Insgesamt 95 Bands auf vier Bühnen (neu: Coke DJ Culture 2006), u. a. mit Metallica, Guns N' Roses, Tool, Depeche Mode, Placebo, Korn, Deftones, Alice in Chains, Stone Sour, Reamonn, The Darkness, Franz Ferdinand, Sportfreunde Stiller, Kaiser Chiefs, Keane, Turbonegro, Jamiroquai, Morrissey, Bloodhound Gang, In Flames, Lacuna Coil, Danko Jones, Soulfly, Nelly Furtado, David Gray, Paul Weller, Tomte, Bela B., Pharrell Williams, The Streets, Babyshambles, Dir en grey, Kagerou, Avenged Sevenfold, Angels & Airwaves.

Zuschauer: knapp über 80.000; Kapazitätsgrenze lag bei 83.500

1.-3. Juni 2007

Insgesamt 98 Bands auf zwei Open-Air-Bühnen und in einem Großraumzelt, u. a. Linkin Park, Die Ärzte, Muse, Billy Talent, The Hives, Evanescence, The White Stripes, Arctic Monkeys, My Chemical Romance, Jan Delay & Disko No. 1, Razorlight, Enter Shikari, Funeral for a Friend, The Smashing Pumpkins, Beatsteaks, Mando Diao, Kaiser Chiefs, Wolfmother, 30 Seconds to Mars, Slayer, Machine Head, Megadeth, Type O Negative, Killswitch Engage, Papa Roach, Sugarplum Fairy, Velvet Revolver, Korn, Good Charlotte, Revolverheld, Hinder, Sunrise Avenue, The Kooks, Wir sind Helden, Scissor Sisters, Travis, MIA., Maxïmo Park, Down Below, DragonForce, Chimaira, Lamb of God, DevilDriver, Bloodsimple, Bowling for Soup, Paramore und As I Lay Dying.

Zuschauer: 82.000; erstmals im Vorverkauf ausverkauft. Bereits 4 Wochen nach Vorverkaufsstart konnten ca. 60.000 Tickets abgesetzt werden.

6.-8. Juni 2008

Insgesamt 98 Bands auf zwei Open-Air-Bühnen und in einem Großraumzelt, u. a. Metallica, Queens of the Stone Age, Rage Against the Machine, Die Toten Hosen, Incubus, Fair to Midland, Serj Tankian, Motörhead, Bullet for My Valentine, The Verve, The Offspring, Söhne Mannheims, Nightwish, Babyshambles, HIM, The Prodigy, Sportfreunde Stiller, Fettes Brot, Jimmy Eat World, Kid Rock, Simple Plan, Lostprophets, The Fratellis, In Flames, Oomph!, Manic Street Preachers, Disturbed, Stereophonics, Madsen, The Streets, Cavalera Conspiracy, Coheed and Cambria, Bad Religion, Opeth, Rooney, Culcha Candela, Bedouin Soundclash, Hot Chip, Gavin Rossdale, Dimmu Borgir,Silverstein,36 Crazyfists, Fräulein Wunder.

Zuschauer: über 85.000 (Besucherrekord), im Vorverkauf ausverkauft.

5.-7. Juni 2009

The Prodigy bei Rock am Ring 2009. Insgesamt 92 Bands auf zwei Open-Air-Bühnen und in einem Großraumzelt, u. a. 2raumwohnung, A Day to Remember, Alexisonfire, All That Remains, ...And You Will Know Us by the Trail of Dead, Basement Jaxx, Biffy Clyro, Billy Talent, Black Stone Cherry, Bloc Party, Bring Me the Horizon, Chester French, Chris Cornell, Dir En Grey, DragonForce, Dredg, Duff McKagan's Loaded, Enter Shikari, Esser, Expatriate, Exposed to Noise, Five And The Red One, Flogging Molly, Gallows, Guano Apes, Hollywood Undead, Ich Bin Bunt, Jan Delay & Disko No. 1, Juliette Lewis And The New Romantiques, Kettcar, Kilians, Killswitch Engage, Kitty, Daisy & Lewis, Korn, Limp Bizkit, Little Man Tate, Machine Head, Madina Lake, Madness, Mando Diao, Marilyn Manson, MIA., Middle Class Rut, Nervecell, New Found Glory, Pain, Papa Roach, Peter Fox, Peter Bjorn and John, Phoenix, Placebo, Polarkreis 18, Razorlight, Reamonn, Scouting For Girls, Selig, Sevendust, Shinedown, Silvester, Slipknot, Staind, Steadlür, Sugarplum Fairy, The All American Rejects, The Blackout, The Crave, The Gaslight Anthem, The Killers, The Kooks, The Prodigy, The Rifles, The Script, The Soundtrack of Our Lives, The Subways, Tomte, Trivium, Volbeat, VV Brown, White Lies, Wirtz, You Me at Six

Zuschauer: 80.000 (bereits Ende März ausverkauft)

3.-6. Juni 2010

30 Seconds To Mars, A Day to Remember, Airbourne, Alice In Chains, As I Lay Dying, Bad Religion, Broilers, Bullet For My Valentine, Die Sterne, Dizzee Rascal, Editors, Ellie Goulding, Eyes of Solace, Fertig, Los!, Gogol Bordello, Gossip, Hammerfall, Heaven Shall Burn, Jan Delay & Disko No. 1, Jay-Z, Kasabian, Kiss, Lamb Of God, Lazer, Mastodon, Motörhead, Muse, Rage Against The Machine, Rammstein, Rise Against, Slayer, Sportfreunde Stiller (unplugged), Stone Sour, The Hives, Them Crooked Vultures, Tocotronic, Volbeat, Wolfmother

Zuschauer: 80.000 (bereits  im Februar ausverkauft)

(Christof Graf)

c.I.) Leonard Cohen beim Rock am Ring - Festival 1993

c.III.) Leonard Cohen - Backstage beim Rock am Ring - Festival 1993

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