KW-44-2026: Bob Dylan 2026 in Düsseldorf – Die Leichtigkeit der Beständigkeit – Ein Konzertbericht von Christof Graf

Dusseldorf, Germany

Mitsubishi Electric Hall

October 27, 2026

Review by Christof Graf

Die Leichtigkeit der Beständigkeit. Für die einen und dabei wohl auch für die meisten, ist das erste Konzert eines neuen Tourneeabschnitts von Bob Dylan zugleich auch das letzte dieser Tournee, weil sie eben nur ein einziges Konzert besuchen. Für andere ist vielleicht irgendein anderes oder aber auch das letzte Konzert eines Tourneeabschnitts das erste und zugleich das letzte. Andere besuchen gar mehrere Konzerte und können Konzerte vergleichen. Egal, zu welcher Besuchergruppe man gehört, man hat zumeist die Hoffnung, dass auch bei dem Konzert, das man gerade besucht, jene Lieder zu hören sind, auf die man sich besonders freut oder jene besonderen Lieder und Interpretationen zu hören sind, die z.B. schon vorab für Diskussionen in den sozialen Medien gesorgt haben. Mein Tourneeeinstieg 2026 war in Düsseldorf. Ein wenig war ich auf jene neidisch, die Dylan schon beim Tourneeauftakt seiner nun nicht mehr „Rough And Rowdy Ways Tour“, sondern „Lights of Autumn“-Tour betitelten Konzertreihe in Oslo/ Norwegen erleben konnten. Dort präsentierte Dylan eine radikal abgespeckte Version des „Tangeld Up In Blue“-Klassikers von 1975 – mit zwei völlig neuen Strophen. Dazu gab es in Oslo überraschende Coverversionen von Randy Newmans „Louisiana 1927“ und Guy Clarks „Dublin Blues“. Und erstmals seit 2005 spielte Dylan in Oslo auch wieder „Crash on the Levee (Down in the Flood)“. Außerdem gab es zur Überraschung aller einen neuen Gitarristen, dessen Namen man erst am Tag darauf in den sozialen Medien zu lesen bekam: Mike Seal an der elektrischen Gitarre.

Ob das alles auch in Düsseldorf zu erleben sein würde, ist wie alles bei Dylan ungewiss. Mit 19 Songs fing er in Oslo an, schon tags darauf waren es nur noch 18 und an den drei Konzertabenden zuvor in Horsens (Denmark), Flensburg und Bremen (Germany) war das Set jeweils auf 17 Songs zusammengeschrumpft.

Ob er in Düsseldorf sein knapp 90 minütiges Set mit „Watching The River Flow“ und „Love Sick“ beginnen würde, wie er es zwei Tage zuvor in Bremen tat? Ob er mit „To Be Alone With You“ und danach eben mit irgendetwas weitermachen würde oder ob er halt irgendetwas ganz anders machen würde, bis er seinen Flow findet, waren alles Fragen, die man schließlich erst mit den ersten Klängen des ersten Songs beantwortet bekommt, sofern man überhaupt solche Fragen stellt oder nach solchen Antworten sucht. Das Gros des Publikums, will eh nur den – mittlerweile 85 jährigen – „Meister“ vielleicht dann doch noch ein letztes Mal live erleben, egal, was er da spielt.

Und das war dann wohl auch der Grund, warum die aufgrund eines Sponsorenwechsels seit 2011 nunmehr von einst „Philips-Halle“ in „Mitsubishi Electric Halle“ umetikettierte Konzert-Location mit etwa 4000 Zuschauern zu etwa 95 % ausverkauft war.

Die meisten davon standen wie ich auch, zuvor entweder im Stau oder im Regen. Dieses Mal benötigte ich für die 312 Kilometer von meinem Zuhause im Südwesten bis Düsseldorf über fünf Stunden. Gegen 19.30 bekam ich tatsächlich noch einen der wenigen letzten offiziellen Parkplätze vor der Halle. Kaum angekommen, gab es Starkregen. Sozialisierung mit über die Jahre liebgewonnenen Dylanologen/ innen und Dylanianer- und innen wurde verkürzt und nach drinnen verlegt.

Auch der Gang zum Merch-Stand fand verkürzt statt. Das rechtzeitige Einnehmen des Platzes hat immer Vorrang. Punkt 20.00 Uhr ging das Licht aus? Nein! Ging es nicht! Es blieb an! Ich habe noch nie ein so hell erleuchtetes Dylan-Konzert erlebt. Ja, vor 30 Jahren wurde hin und wieder die Zugabe bei Saallicht gespielt. Heutzutage gibt es kaum Zugaben und alles ist zumeist Dunkel, vom zarten Licht der Smartphone-Displays ganz zu schweigen. Die gibt es wegen dem Smartphone-Verbot auch schon lange (seit 2021) nicht mehr. Ich weiß nicht, wie es bei den vorangegangenen Konzerten war und wie es bei den noch folgenden sein wird: Aber in Düsseldorf wurde das Saallicht nur leicht gedimmt. Gefühlt war es für Dylan-Verhältnisse taghell. Punkt 20.00 Uhr ging also nicht das Saallicht aus. Von rechts erklomm Dylans Band die Bühne, links schlich sich ein Mann mit Hoodie hinter sein Keyboard. Ja, der Mann mit schwarzen Schuhen, schwarzer Hose und schwarzem Hoodie, von dem höchsten die vorderen Reihen mal eine Nasenspitze aus dem Hoodie ragen sahen, soll Bob Dylan sein? Er ist es, was man bei den ersten Zeilen vom Opener „Watching The River Flow“ nachweislich zu hören bekommt.

Der Bühnenboden ist hellgrau. Farbwechsel im Bühnenhintergrund gibt es wie auf der „RARW“-Tour nicht mehr. Der Bühnenvorhang bleibt vom hinteren Boden aus angestrahlt in einem dezentem Kobaltblau eingetaucht. Links auf der Bühne steht Joel Paterson, rechts außen der im Oktober 2026 neu zur Tour gestoßene „Mystery-Gitarrist“ Mike Seal. In der Mitte der Bühne sitzt oder steht Bob Dylan an seinem Keyboard, während Bassist Tony Garnier und Schlagzeuger Anton Fig (aus Dylans Perspektive links) die Rhythmussektion im Hintergrund bilden.

Dylan beweist an diesem Abend in Düsseldorf 2026 einmal mehr, dass sein umfangreicher Liedkatalog für ihn kein abgeschlossenes Kapitel ist. Er bildet vielmehr ein musikalisches Reservoir, aus dem er immer neue Ausdrucksformen entwickelt. Er gibt alten Liedern neue Perspektiven und bedient sich in Düsseldorf Lieder aus sieben Jahrzehnten künstlerischen Schaffens, wenn er einen Zeitbogen von 1964 („It Aint Me, Baby“) bis 2020 (vier „Rough And Rowdy Ways“-Songs) schlägt.

Bob Dylan hat nie sonderlich viel Interesse daran gezeigt, den Erwartungen anderer zu entsprechen. Das gilt für seine Karriere ebenso wie für seine Konzerte. Wer seine bekanntesten Songs in jenen Fassungen hören möchte, die vor Jahrzehnten auf Schallplatte erschienen, wird bei ihm nicht unbedingt fündig. Doch gerade diese Unberechenbarkeit ist längst zu einem wesentlichen Bestandteil seiner künstlerischen Identität geworden.

Auch das Düsseldorfer Konzert im Rahmen seiner „Lights of Autumn“-Tour folgte dieser Philosophie. Gemeinsam mit seiner vierköpfigen Band präsentierte Dylan 18 Songs aus unterschiedlichen Phasen seines Schaffens.

Ein solcher zeitlicher Bogen könnte leicht zu einem Rückblick auf die eigene Karriere geraten. Dylan jedoch verzichtet darauf, seine Vergangenheit in chronologischer Ordnung auszustellen. Stattdessen bringt er Stücke unterschiedlicher Entstehungszeiten in einen gemeinsamen musikalischen Zusammenhang. Blues, Country, Jazz und Elemente traditioneller amerikanischer Unterhaltungsmusik bilden dabei das stilistische Fundament. Von den neun der zehn Songs aus dem letzten Album „Rough and Rowdy Ways“, die er seit 2021 bis 2025 regelmäßig live darbot, sind „in concert“ nur noch vier übriggeblieben. Dafür spielte an diesem Abend vor allem ein Album eine bemerkenswerte Rolle: „Time Out of Mind“ aus dem Jahr 1997.

Im Mittelpunkt stehen dabei weniger die Wiedererkennbarkeit einzelner Melodien als die Frage, was sich mit diesen Songs heute noch anfangen lässt. Nicht jedes Stück wird dabei grundlegend verändert, doch viele erhalten durch neue Tempi („Trying To Get To Heaven“) , Instrumentierungen („Early Roman Kings“)  oder eine andere gesangliche Phrasierung („When I Paint My Masterpiece“) eine eigenständige Gestalt. Die vierköpfige Band-Besetzung mit zwei Gitarristen, einem Schlagzeuger und einem Bassisten ermöglicht Arrangements, die sich zwischen traditionellen Bluesmustern, zurückhaltenden Balladen und rhythmisch akzentuierten Passagen bewegen.

Auffällig war wie gesagt die starke Präsenz des Albums „Time Out of Mind“. Mit „Love Sick“, „Tryin‘ to Get to Heaven“, „Not Dark Yet“ und „Million Miles“ standen gleich vier seiner Kompositionen auf dem Programm. Als das Album 1997 erschien, wurde es weithin als bedeutender neuer Abschnitt in Dylans Karriere wahrgenommen. Die Texte kreisen häufig um Einsamkeit, enttäuschte Hoffnungen, Vergänglichkeit und die Suche nach Orientierung. Produzent Daniel Lanois hatte diesen Liedern damals eine dichte, atmosphärische Klanggestaltung verliehen. Fast dreißig Jahre später nähert sich Dylan 2026 in Düsseldorf diesem Material noch einmal aus einer anderen Lebensphase. Die Songs bleiben dieselben, doch die Persönlichkeit, die sie interpretiert, hat weitere Jahrzehnte an Erfahrungen gesammelt. Das verleiht insbesondere den nachdenklichen Kompositionen eine zusätzliche Ebene. Wo einst ein Künstler Ende fünfzig über Verlust, Zeit und Endlichkeit nachdachte, singt nun ein 85-Jähriger dieselben Worte. Die biografische Distanz zwischen Entstehung und heutiger Interpretation gehört unweigerlich zum Hörerlebnis. Viele im Publikum scheinen das ähnlich zu empfinden. Es gibt oft Szenen-Applaus.

Am deutlichsten zeigte sich das bei „Not Dark Yet“. Das Berücksichtigen dieses Songs führte wohl dazu, dass „Girl From  The North Country“ wie tags zuvor in Bremen nicht gespielt wurde.  Sieben Jahre lang hatte Dylan „Not Dark Yet“ nicht mehr auf einer Konzertbühne gespielt. In Düsseldorf nahm er das Lied erstmals seit November 2019 wieder in sein Programm auf, aber es klang völlig anders als man es in Erinnerung hatte. Langsam, schwer und spürbar melancholisch klang es 1997. 2026 in Düsseldorf wurde es zu einer kürzeren, rhythmisch beweglicheren Version. Sogar ein zarter Reggae-Klang nimmt der Musik etwas von ihrer ursprünglichen Schwere. Die Düsterkeit der Worte von 1997 bleibt, deren Wirkung hat sich 2026 verändert. Noch bemerkenswerter war allerdings, dass Dylan den Song nicht einfach in seiner vertrauten musikalischen Gestalt wieder aufgriff. Das Arrangement erhielt eine neue rhythmische Ausrichtung und entfernte sich damit deutlich von der getragenen Atmosphäre der Studioaufnahme. „Not Dark Yet“ beschäftigt sich mit der Erfahrung, dass Zeit und Lebenskräfte nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Im Alter seines Interpreten drängt sich eine biografische Lesart beinahe auf. Doch Dylan scheint gerade diese naheliegende Deutung nicht ungebrochen bestätigen zu wollen, zu dem wirkt er an diesem Abend sehr aufgeräumt und durchaus stabil.

Die Musik aber verändert den Blick auf den Text. Was ursprünglich vor allem als Ausdruck tiefer Erschöpfung erschien, gewinnt in der neuen Fassung eine andere Bewegung. Die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit bleibt aber auch bei „Black Rider“ bestehen, wird aber nicht ausschließlich von Schwermut bestimmt.

Neben den vier Stücken aus „Time Out of Mind“ bildeten Songs aus „Rough and Rowdy Ways“ einen weiteren Schwerpunkt: „Crossing the Rubicon“, „Black Rider“, „I’ve Made Up My Mind to Give Myself to You“ und „Goodbye Jimmy Reed“ standen für eine Schaffensphase, in der Dylan amerikanische Musiktraditionen zunehmend mit erzählerischen, philosophischen und historischen Motiven verbindet.

Auch das 2012 erschienene Album „Tempest“ war mit „Early Roman Kings“ und „Soon After Midnight“ vertreten.

Dazwischen fanden sich ältere Kompositionen wie „Tangled Up in Blue“, „When I Paint My Masterpiece“ und „Under the Red Sky“. Ganz Ehrlich? Ob es sich bei der (neuen) „Tangled Up in Blue“-Version in Düsseldorf um die mit den zwei neuen Strophen handelt, die er in Oslo gespielt hatte, hab ich nicht herausgehört.

Mit „I Can Tell“ und die von Don Robertson geschriebene Ballade „Can’t Seem to Say Goodbye“, die unter anderem durch Jerry Lee Lewis bekannt wurde, offerierte Dylan zudem noch zwei Fremdkompositionen.

Mit einem geradezu hymnischen Ruhe entstehen lassenden „I’ve Made Up My Mind to Give Myself to You“ als drittletzter Song  nach „Under The Red Sky” gibt es noch eine der schönsten Balladen des „Rough and Rowdy Ways”-Albums.

Danach bringt das rock`n`roll-hafte  „Goodbye Jimmy Reed“ noch einmal Bewegung in die Halle. Soviel zu den 18 gespielten Songs. Bemerkenswert ist bis dahin aber auch, welche Songs nicht gespielt wurden. Die berühmten Titel, mit denen Dylan in den Sechzigerjahren zu einer prägenden Figur der Popkultur wurde, fehlten vollständig.

Und ja, auch 2026 und in Düsseldorf galt wieder das Smartphone-Verbot, das Konzertbesucher stets zwiespältig diskutieren. Die einen mögen es, weil es die Konzentration auf das unmittelbare Konzertgeschehen unterstützt, die anderen hassen es einfach nur und empfinden es als Eingriff in die Privatsphäre.

Mit „Every Grain of Sand“ aus dem Album „Shot of Love“ von 1981 endete das Konzert.

Die Wahl dieses Stücks fügte sich auf besondere Weise in die thematische Grundstimmung des Abends ein. Dylan beschäftigt sich darin mit menschlicher Fehlbarkeit, spiritueller Orientierung und dem Verhältnis zwischen persönlicher Erfahrung und einer größeren Ordnung. Das Lied entstand in einer Phase, in der religiöse Fragen sein Schaffen besonders stark bestimmten. Doch seine Gedanken über Zweifel, Verantwortung und Sinnsuche reichen weit über einen bestimmten weltanschaulichen Zusammenhang hinaus. Als letztes Stück eines Konzerts, dessen Programm sich immer wieder mit Vergänglichkeit, Erinnerung und menschlicher Verletzlichkeit auseinandersetzte, besitzt „Every Grain of Sand“ eine besondere dramaturgische Wirkung. Mit dem abschließenden Einsatz seiner Mundharmonika verband Dylan diesen späten Konzertmoment noch einmal mit jenem Klang, der seit den Anfängen seiner Karriere zu seinen musikalischen Erkennungszeichen gehört. Das Lebenswerk Bob Dylan war im Jahre 2026 auch in Düsseldorf wieder in Bewegung. Mit dem Besuch eines Bob Dylan-Konzertes begibt man sich nicht auf eine Reise in die Vergangenheit, sondern holt die Vergangenheit in die Gegenwart. Bob Dylan lässt seine Songs mit sich älter werden – und gibt ihnen dabei immer wieder ein anderes Gesicht. Bei Bob Dylan herrscht die Leichtigkeit der Beständigkeit.

Am Schluss stellt sich Dylan dann noch für knapp eine halbe  Minute dem Standing Ovation gebenden Publikum und winkt ihm unter dem Hoody sogar mit beiden Armen zu. Ich weiß bis heute noch nicht, ob ich Dylan mit 85 unterm Hoody recht lächerlich aussehend empfinde oder einfach nur „sau cool“.

 

KW-44-2026: „How The Light Gets In“ – one of those tribute to Leonard Cohen-Events this year, 10 years after Leonard Cohen passed away.

We are honoured to welcome writer and broadcaster John MacKenna to Mulranny Arts this November for How the Light Gets In — a five day immersive retreat dedicated to the life, music and poetry of Leonard Cohen.
Set between sea and mountains on Ireland’s west coast from 4–9 November 2026, this unique gathering invites participants to slow down, listen deeply and reconnect with the spirit of Leonard Cohen’s work. Drawing on his decades-long friendship with Cohen, John MacKenna offers rare and personal insight into the artist’s creative world. Through guided listening, conversation, creative exploration and reflection, participants will step gently into the themes that shaped Cohen’s writing: love, longing, spirituality, humour, heartbreak and hope.
Guests will stay in comfortable accommodation at Mulranny Arts, with nourishing meals prepared on site and time to walk by the sea, experience the Great Western Greenway and connect with like-minded people in an inspiring setting. The retreat also includes a special evening performance celebrating Cohen’s words and music.
Whether you have followed Leonard Cohen’s work for decades or feel newly drawn to his songs and poetry, this retreat offers a rare opportunity for connection, inspiration and creative renewal.
For more information and booking follow the link below. Places are limited and early booking is recommended.

KW-44-2026: AVALANCHE – NICK CAVE & LEONARD COHEN – The Art Of Covering a Leonard Cohen-Song – Vol. 7 of Cohenpedia-book-series ist out. Author Christof Graf talks about his new book: AVALANCHE

4. b)Interview with the Author about COHENPEDIA and THE NEW BOOK „AVALANCHE“ (English Version) : 

Nick Cave, Leonard Cohen & Avalanches

A book about the comparison of two rock poets

Photos: Prof. Dr. Christof raf

One, the Australian singer/songwriter and ex-gothic punk rocker Nick Cave (born 22.9.1957) completed an extremely successful and impressive „Summer“ tour in 2026. In his luggage was his last studio album „Wild God“ (2024) and classics such as „Mercy Street“, „The Weeping Song“ or „Into My Arms“. The other, the Canadian rock poet Leonard Cohen (born 21.9.1934) died ten years ago on November 7, 2016. „Avalanche“ was the opening song of Leonard Cohen’s third album „Songs Of Love And Hate“ in 1971. It was probably Cohen’s darkest as well as most profound album of his career. Nick Cave had already fallen in love with the album and the song at the age of 14 and still sings the song today. About the song „Avalanche“ and the comparison of the two „rock poets“ Nick Cave and Leonard Cohen, ASW and htw Prof. Dr. Christof Graf (University of Applied Sciences htw saar, in Saarbrücken/ Germany) now publishes a book as „Volume 7“ of his so-called „The Cohenpedia Series“. POPSCENE editor Markus Brixius talked to the author.

„Nick Cave & Leonard Cohen – Avalanche“ is already the seventh volume of „The Cohenpedia Series“. How many of them are still planned and how did the „book series“ come about in the first place?

Prof. Dr. Christof Graf: In 2016, the idea arose to write a kind of „Leonard Cohen Encyclopedia“. As a Leonard Cohen author and archivist for decades and since 1996 operator of the oldest bilingual Leonard Cohen website „cohenpedia.de“, I quickly realized after the two biographies I had written about Leonard Cohen in 1996 and 2010 that I had far too much material for just one volume of the encyclopedia. So I immediately published volumes 1 and 2, and all that, such as setlists of the tours or so-called „spoken words“ at concerts, came afterwards in volume 3. Then the idea arose to create a ten-volume „encyclopedia series“ from it. Each volume with a different thematic focus. Volume 4 is a kind of upgraded re-print version of my 1994 documentary of Leonard Cohen’s 1993 „The Future“ world tour with an extensive interview with Andrew Eldritch, who named his band „The Sisters Of Mercy“ after a song by Leonard Cohen.

And then?

Prof. Dr. Christof Graf: Then came the pandemic, the lock downs and the idea of continuing to rummage through the archive and work on more volumes. I wanted to represent a color palette of gray tones in Leonard Cohen’s work, which is also reflected in the primary colors of the respective volumes. Volume 1 was white, volume ten will be black, with a ten percent gradation of different shades of gray in between. Volume 5 is about the last albums of David Bowie and Leonard Cohen, who both unfortunately passed away in 2016, and in the same year their last album, which dealt with their own approaching demise. And volume 6 is a kind of mixture of a homage to the British prog rock band Marillion and a declaration of love to Leonard Cohen’s hometown of Montreal. I went there in search of clues and discovered about 60 locations that have to do with Leonard Cohen’s life. I visited his birthplace, his home, his bagel shop, talked to friends of Cohen in Montreal and a kind of „Leonard Cohen Montreal City Guide“ was created, of which there is also a Google Maps map and also Marillion’s connection to Leonard Cohen.

And what is behind the seventh volume, with the promising title „Nick Cave & Leonard Cohen – Avalanche“?

Prof. Dr. Christof Graf: I’m always looking for new approaches to deal with Leonard Cohen’s work. And after Bob Dylan and Leonard Cohen, Nick Cave is, in my opinion, the No. 3 of the great pop writers of our time. I’ve always wanted to write a book about Nick Cave. But there are already too many and in the end it would only be Nick Cave himself who could write the best book about himself. The idea for the visit came to me when I started writing a text for the „Leonard Cohen – Global Perspectives on a multi-disciplinary Artist“ event, an international conference on multi-disciplinary art regarding Leonard Cohen at the University of Ghent/ Belgium, which will take place from October 6-8, 2026.

And there you give a lecture?

Prof. Dr. Christof Graf: Yes, I submitted an „abstract“ about the comparison of the two rock poets Nick Cave and Leonard Cohen and was invited to give a lecture about it. A small lecture handout first became a small academic essay and finally a 230-page book. The focus is on the song „Avalanche“ from Leonard Cohen’s „Songs Of Love And Hate“ album (1971). Nick Cave made an impressive cover version of it as the opener of the debut album „From Her To Eternity“ (1984) by Nick Cave’s band „The Bad Seeds“. But the book is about so much more, which almost exceeded the scope of the lecture.

And that would be …

Prof. Dr. Christof Graf: The book begins with a song analysis. This is a bit theoretical, yes, but then I also started to get into an „avalanche“ and researched more and more and the comparison between Cave and Cohen went deeper and deeper based on their live performance and visual worlds. For me, both are not only rock poets, singers/songwriters, but wordsmiths, painters of imaginary images from language, performers of their art and, above all, philosophers of our time.

What appealed to you to compare Leonard Cohen with Nick Cave in the book after David Bowie?

Prof. Dr. Christof Graf: Nick Cave, like Cohen, is a multidimensional artist. He is not someone who just records a new album and goes on tour with it. Nick Cave is an intelligent master of storytelling and, after Dylan and Cohen, the most impressive philosopher of the 21st century in the world of popular arts. He masters how to turn current stories into narratives about the future and at the same time offers a look into the human interior, similar to what Cohen did. And he is not only a musician, but also a writer and a gifted entertainer on top of that, which he proved again during his almost three-hour performances on the „Summer’26“ European tour. In addition, he never knows how to copy himself, but to reinvent himself again and again. He does not stand still and yet holds on to the basics. This connects him with Cohen. Both are or were extremely authentic in their art and way of life. Both experienced tragic changes in their lifestyles, both created their art from them.

Did Nick Cave and Leonard Cohen have personal dealings with each other?

Prof. Dr. Christof Graf: There are many stories and statements of mutual recognition, but they never met, which Nick Cave confirmed to me during one of several conversations during the Conversations concerts in 2019 and 2020. For the first time, the book contains all of Nick Cave’s statements about Leonard Cohen and vice versa in book form. Nick Cave once received an email from Leonard Cohen and also a public recognition, but they never met.

Has Leonard Cohen ever commented on Nick Cave’s cover version of „Avalanche“?

Prof. Dr. Christof Graf: Yes, he said Cave had slaughtered his song.

And what did Cave say about Cohen?

Prof. Dr. Christof Graf: That Leonard Cohen, for example, was the first singer/songwriter he discovered for himself. There are so many beautiful things that Cave said about Cohen, such as: „He is the symbol of his musical independence“.

What is the song „Avalanche“ about?

Prof. Dr. Christof Graf: It is a song that allows for diverse, profound, spiritual and psychological interpretations. It is a song full of images, a song as a metaphor for so many things, such as interpersonal relationships. It is about a difficult situation that has to be overcome, about the search for redemption, hopelessness. Some also see the song as a song about Mother Nature. In the end, Cohen cultivates in the song the melancholy that has always been said of him and to which Cave is also attracted. And the – also partly biblical – imagery that he uses is similar to those that Cave later uses in his own songs. But there are many other parallels between Cave and Cohen, such as their preferences for the enigmatic, the elegiac and ultimately their relationship to their audience.

Are there any other Cohen songs besides „Avalanche“ that Cave has covered?

Prof. Dr. Christof Graf: Yes, actually just under ten, such as „Tower Of Song“, „Famous Blue Raincoat“, „Suzanne“. I also go into this in detail in my Leonard Cohen podcast („Be Kind- Der Leonard Cohen Podcast“), which I produce with the singer-songwriter Rolf Ableiter (fieldcommander-c.de).

Has Cohen ever covered a Cave song?

Prof. Dr. Christof Graf: No

You said that there are already so many books about Nick Cave. What makes yours different?

Prof. Dr. Christof Graf: In addition to the song, performance and dialogue analyses, it also contains a biographical timeline with complete discography of both artists as well as over 100 previously unpublished photos of Cave and Cohen.

 

BOOK – INFO: „Nick Cave & Leonard Cohen – Avalanche“ – Comparison of Two Rock Poets – The Cohenpedia Series Vol. 7, COD-Verlag, Saarbrücken, 2026; ISBN 978-3-945329-22-1; approx., 230 pages, 100 photos (b/w); Euro: 19.90.-Info at: www.cohenpedia.de or info@cod.de.

 

4. b)Interview with t

NPEDIA and THE NEW BOOK „AVALANCHE“(English Version)  

Nick Cave, Leonard Cohen & Avalanches

A book about the comparison of two rock poets

Vol. 7 – Nick C A V E & L e o n a r d C O H E N – Avalanche

 

 

KW-43-2026: Deutschlandtourstart 2026 von Bob Dylan in Flensburg am 23.10.2026 – Die Setlist hat sich nun wohl eingespielt und die Bnad auc h :-)

 

Flensburg, Germany
GP Joule Arena
October 23, 2026

 

 

1. To Be Alone With You (Bob on electric keyboard)
2. Blind Willie McTell (Bob on electric keyboard)
3. It Ain’t Me, Babe (Bob on electric keyboard)
4. Tryin‘ To Get To Heaven (Bob on electric keyboard)
5. False Prophet (Bob on electric keyboard)
6. I Can Tell (song by Samuel Smith) (Bob on electric keyboard, Tony on standup bass)
7. Black Rider (Bob on electric keyboard, Tony on standup bass)
8. Tangled Up In Blue (Bob on electric keyboard, Tony on standup bass)
9. When I Paint My Masterpiece (Bob on electric keyboard and harp,
Tony on standup bass)
10. Girl From The North Country (Bob on electric keyboard,
Tony on standup bass)
11. Crossing the Rubicon (Bob on electric keyboard, Tony on standup bass)
12. Soon After Midnight (Bob on electric keyboard, Tony on standup bass)
13. Spirit On The Water (Bob on electric keyboard, Tony on standup bass)
14. Under the Red Sky (Bob on electric keyboard, Tony on standup bass)
15. I’ve Made Up My Mind To Give Myself To You
(Bob on electric keyboard, Tony on standup bass)
16. Goodbye Jimmy Reed (Bob on electric keyboard, Tony on standup bass)
17. I Shall Be Released (Bob on electric keyboard and harp)

 

KW-43-2026: Am 21. Oktober 2011 erhielt Leonard Cohen den „Prince Of Asturias Award“

Prince Of Asturias Award –> Auszeichnungen –>  Dieser Preis wird seit 1981 von der Stiftung Prinz von Asturien vergeben. Zum ersten Mal vom spanischen Pinzen 1981 und dann jährlich in Oviedo, der Hauptstadt des Fürstentums Asturien wird er in Anwesenheit des spanischen Thronfolgers Infant Felipe von Spanien (und seit 2004 seiner Gemahlin Doña Letizia) vergeben. Die Preisverleihung kommt einer Art Verleihung eines akademischen Grades nahe. Jury und Preisträger gehören zur Intellektuellen Schicht. Die Preisträger, die von der meist hochkarätigen Besetzung gekürt werden, zeichnen sich durch besondere Fähigkeiten nund Leistungen aus. Acht Kategorien werden hierbei berücksichtigt: Kunst, Literatur, Sozialwissenschaften, Kommunikation und Geisteswissenschaften, Eintracht, internationale Zusammenarbeit, wissenschaftliche und technische Forschung und Sport. Cohen erhielt ihn in der Kategorie „Geisteswissenschaft und Literatur“. Am 23. Oktober 2011 erhielt Leonard Cohen diese Auszeichnung: Der Preis wurde wie gewöhnlich im Theater Campoamor überreicht. Der Prinz-von-Asturien-Preis ist mit einem Geldbetrag in Höhe von 50.000 Euro dotiert. Darüber hinaus erhielt Leonard Cohen wie jeder Preisträger eine Skulptur, die vom katalanischen Künstler Joan Miró entworfen wurde, überreicht.

Quelle: ZEN & POESIE – Das Leonard Cohen – Lexikon, 2018

Leonard Cohen hielt bei der Verleihung eine eindringliche Rede mit dem Titel: „How I Got This Song“, die auf YOUTUBE nachzuhören ist. Anbei das Transkript: Die Dankesrede Leonard Cohens, der Preis wurde verliehen am 21.10.2011 in Spanien. Anbei im O-Ton und während bzw. nach der damaligen Pressekonferenz distributiert. „Your Majesties, your Royal Highnesses, Excellenties, Members of the Jury, distinguished Laureates, Ladies and Gentlemen”, sagte Leonard Cohen, nachdem er seinen Hut auf einem Stuhl abgelegt hatte und an das Rednerpult getreten war. Dann begannn er seine Rade: „It is a great honour to stand here before you tonight, perhaps, like the great Maestro Riccardo Muti: „I’m not used to stand before an Audience without an Orchestra behind me“, but I will do my best as a Solo-Artist tonight.